Bayrische Akademie Ländlicher Raum

26.07.2016 zurück

Landwirtschaft vs. Biodiversität? Landwirtschaft und Biodiversität!

Rückblick auf das Fachkolloquium im Juli 2016

Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 den Verlust der Biologischen Vielfalt aufzuhalten. Ein Expertenpodium debattierte am 11. Juli in München über die Wechselwirkung von Landwirtschaft und Biodiversität.
Nachfolgend eine Übersicht der diskutierten Stichworte:
  • Biodiversität steht für Vielfalt der Arten, Vielfalt innerhalb der Arten und Vielfalt der Ökosysteme.
  • Die Natur selbst hat keinen Maßstab für Arten, für die Festlegung von Steigerung oder Schwund.
  • Es gibt Biodiversitätsstrategien der Europäischen Union, auf Nationaler wie auf Länderebene. Die bisherigen Indikatoren weisen einen negativen Trend auf. Ziel ist, diesen Trend zu stoppen.
  • Biodiversität ist komplex und hinsichtlich Indikatoren, Zusammenhänge und Wirkungen schwierig zu fassen. Die Gefahr ist, Arten danach einzuteilen, ob sie uns gefallen oder nutzen. Jede Art trägt zur Multifunktionalität und Stabilität des Systems bei.
  • Landwirtschaft bevorzugt bestimmte Arten und Sorten, dies kommt vor allem der Ernährungssicherung zugute. Das Dilemma lautet Naturnähe versus Welternährung.
  • Es gibt generell verschiedene Möglichkeiten und Konzepte: Jeweils eigene Flächen für intensive Produktion und für Naturnähe vorzusehen, Produktivflächen mit naturnahen Elementen zu kombinieren oder naturnahe Produktionsweisen zu fördern. Die Forschung versucht in diesen Bereichen ihr Wissen zu vertiefen.
  • Neben rechtlichen Vorgaben und Schutzgebieten gibt es staatliche Programme, die freiwillige Maßnahmen fördern, und privatwirtschaftliche Nachhaltigkeitsprojekte. In Modellprojekten soll herausgefunden werden, wie sowohl der ökologische Landbau wie auch geeignete Maßnahmen im konventionellen Bereich attraktiver gestaltet werden kann.
  • Um Wirkungen zu erzielen, braucht es kontinuierliche Anstrengungen. Sie sind auf einzelbetrieblicher, sektoraler und regionaler Ebene nötig.
  • Mithilfe von Bestandserhebungen auf der Fläche und Evaluierungen von Produktionsbedingungen (z.B. Hot-Spot-Analysen und Reselienzforschung) können spezifische Schlüsselfaktoren aufgedeckt werden, die nicht nur für die „Biodiversität“, sondern auch für die langfristige „Selbsterhaltung“ eine Rolle spielen.
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Silke Franke, 2016

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