Bayerische Akademie Ländlicher Raum

07.08.2018 zurück

Soziale Infrastrukturen - ein wichtiger Baustein im Ziel "gleichwertige Lebensverhältnisse"

Rückblick auf das Sommerkolloquium

Bayerische Akademie Ländlicher Raum mit der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung, 23. Juli 2018 in München

"Trahfähigkeit sozialer Infrastrukturen auf dem Land - auch eine Frage gleichwertiger Lebensverhältnisse"

 

Prof. Dr. Reinhard Meier‐Walser, Leiter der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns‐Seidel‐Stiftung:

"Kindertagesstätten und Schulen, Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Beratungsstellen und Vereine - für all diese so wichtigen Einrichtungen braucht es gut erreichbare Räumlichkeiten, gut geschultes Personal, eine moderne Ausstattung und ausreichend Finanzmittel. Wie kann dies in der Fläche gewährleistet werden, also auch in den ländlichen, peripheren Räumen außerhalb von Ballungszentren und Verdichtungsräumen – schließlich sollte eine gute Versorgung keine Frage des Wohnorts werden dürfen."
 
Prof. Dr. Holger Magel, Präsident der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum:
"Es geht uns heute vor allem auch um die Frage, wie eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung im Sinne „gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land“ gerecht gestaltet werden kann. Lesen Sie hierzu den Bericht der Enquete-Kommission! Hier haben wir vier Gerechtigkeitsdimensionen erarbeitet: Verteilungs-, Verfahrens-, Chancen und Generationengerechtigkeit. Es geht nämlich nicht nur um die materielle Ausstattung, sondern auch um Entfaltungsmöglichkeiten"
Zum Abschlussbericht der Enquete-Kommission des Bayerischen Landtags "Gleichwertige Arbeits- und Lebensbedingungen in ganz Bayern" (link)
Einführung von Akademiepräsident Magel (pdf)

Dr. Kriemhilde Büchel-Kapeller, Vorarlberger Büro für Zukunftsfragen:

"Vom Ich zum Wir! Das Sozialkapital ist der Kitt der Gesellschaft. Der Markt produziert, der Staat gibt und der Konsument nimmt? So funktioniert das nicht mehr. Wir brauchen heute mehr denn je das Engagement eines Jeden und das Miteinander. Nicht nur der IQ ist gefordert, sondern auch WQ: Die "Wir-Qualität", gute Beziehungen, die gelebt und geflegt werden, Empathie und ein Verantwortungsfühl gegenüber anderen. Gerade in einer globalisierten, digitalisierten Welt ohne Grenzen hängt der Erfolg des Einzelnen vom Erfolg der Anderen ab. Wir müssen Menschen bewegen, ihnen einen Sinn vermitteln"

Stefan Rößle, seit 2002 Landrat des Landkreises Donau-Ries; zugleich Vorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung:

"Tatsächlich sind die Aufgaben der Kommunen im Bereich Soziales gewachsen, man denke da, nur an den Anspruch der Eltern auf Ganztagesplätze für die Kinderbetreuung oder an die Integrationsarbeit. Und es kommt ja nicht nur auf z.B. die möglichst wohnortnahe Versorgung mit Hausärzten an, sondern auch auf eine gut funktionierende Mobilität im ländlichen Raum und auf den Breitbandausbau. Aber viele Dinge haben wir auch selbst in der Hand! In zehn Dörfern in meinem Landkreis wurden mit ehrenamtlicher Unterstützung Dorfläden aufgebaut, das stärkt auch die Identifikation und den Gemeinschaftsgeist. Nach einem ähnlichen Prinzip versuchen wir jetzt die Freibäder weiter zu halten. Es ist ungemein wichtig, den Gemeinden Netzwerke und eine Plattform für den Austausch zu bieten. Wenn die einzelnen Gemeinden z.B. ihre Kultur- und Sozialangebote auf Landkreisebene bewerben, dann sieht man, was insgesamt doch so alles auf dem Land geboten ist. Und da ist durchaus viel los! Das Leben auf dem Land ist keine Last, sondern macht Lust!"

Silke Franke 08/2018

 

 

Bericht über die Veranstaltung von David Lohmann in der Bayerischen Staatszeitung vom 27.07.2018 (link) 

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