Bayerische Akademie Ländlicher Raum

03.12.2019 zurück

Nachhaltigkeit in Kommunen verankern

Akademiepräsident Miosga als Experte auf Tagung

In Pegnitz trafen sich Ende Oktober rund 50 Akteure aus der Kommunalpolitik, Verwaltung, NGOs und Wissenschaft. Sie beschäftigten mit der Frage, wie die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Kommunen verankert werden kann. Die Bayerische Akademie Ländlicher Raum war einer der Kooperationspartner der von der Ökologischen Akademie e.V. Linden organisierten Tagung.
In seiner Einführung betonte Thomas Ködelpeter (Ökologische Akademie), dass den Kommunen in der Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung die Schlüsselrolle zukommt, denn  Jung und Alt würden vor Ort die Folgen nicht nachhaltiger Wirtschaftsweisen und Lebensstile unmittelbar erfahren. Zugleich gebe es in den Kommunen aber auch viele Möglichkeiten, an der Gestaltung eines „guten Lebens für Alle“ mitzuwirken.
Ein konkretes Beispiel lieferte Bürgermeister Thomas Herker: Pfaffenhofen gewinnt den Strom zu 100 Prozent aus lokaler Produktion. Die Stadt verabschiedete 2017 eine Nachhaltigkeitsstrategie mit Schwerpunkten in den Sustainable Development Goals. In der Bildungsarbeit werden Schulen und Kindergärten mit Klimaschutzgutscheinen unterstützt und dadurch verschiedenste Umwelt- und Klimaschutzprojekte ermöglicht. Bei der Bodenallianz „Das Pfaffenhofener Land nachhaltig gestalten“ spielen die Kommunikation mit den Landwirten, der ökologische Landbau und die Partizipation in der Bürger-Werkstatt eine zentrale Rolle.

Bild: Angelika Sornwow, Ökologische Akademie Linden

 
Die Ursachen für die erfolgreiche Pfaffenhofener Entwicklung sieht  Akademiepräsident Miosga  in vier Kriterien: der guten Ressourcenausstattung, der breiten politischen Unterstützung, einer qualifizierten Verwaltung und dem strategischen Ansatz mit begleitendem Monitoring. An Stelle der nicht-nachhaltigen Normalität mit einem Wohlstandsmodell, das jeden Tag größeren Schaden anrichtet, stellte Miosga in seinem Referat eine kulturelle und systemische Transformation vor.
Bei einer Podiumsdiskussion und in einem Open Space konnten die Teilnehmenden weitere Anregungen mitnehmen und sich austauschen. Das Signal der Pegnitzer Tagung, Bildung für nachhaltige Entwicklung stärker in die verschiedenen lokalen und regionalen Veränderungsprozesse zu integrieren und kooperativ zusammen zu arbeiten, findet seine Fortsetzung in einer dreiteiligen Qualifizierungsreihe „Nachhaltige Entwicklung ermöglichen und organisieren“ am 23./24.01., 13./14.02. und 26./27.03.2020, jeweils im Evangelischen Bildungs-und Tagungszentrum Bad Alexandersbad.
http://oeko-akademie.de/aktuelles
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