Bayrische Akademie Ländlicher Raum

11.06.2013 zurück

Unser Dorf hat Zukunft

Anerkennung der Dörfer und der ländlichen Räume

Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ will die Dörfer und ihre Bewohner motivieren, sich aktiv mit der Zukunft ihres Ortes auseinanderzusetzen. Er würdigt den ehrenamtlichen Einsatz, mit dem Bürger in Eigenverantwortung, Kreativität und Gemeinsinn die Lebensqualität ihrer Heimat mitgestalten. 
Bundesministerin Ilse Aigner hat am Montag im oberbayerischen Böbing den Startschuss für das Finale des deutschlandweiten Wettbewerbs gegeben. "Ich freue mich, dass sich so viele Bürger engagieren und die Zukunft ihrer Dörfer in die Hand nehmen", sagte Aigner. "Die Dörfer sind Herz und Seele des ländlichen Raumes. Gemeinsam anpacken lohnt sich". Bei den Vorentscheiden auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene nahmen bundesweit 2.589 Dörfer teil. Für die Schlussrunde konnten sich 24 Dörfer qualifizieren. Die Bundeskommission wird nun von Dorf zu Dorf reisen, um die Leistungen zu beurteilen und zu vergleichen – wobei die individuellen Ausgangsbedingungen eines jeden Dorfes berücksichtigt werden. 
Böbing (Landkreis Weilheim-Schongau) ist als bayerischer Landessieger ebenfalls im Finale. Der halbe Ort war auf den Beinen und begleitete die Bundesbewertungskommission bei dem Rundgang durch den Ort. Trotz des regnerischen Wetters herrschte eine gute Stimmung. Unser Akademie-Mitglied Michael Pelzer freute sich als Vorsitzender der Kommission über die authentisch vorgebrachte Präsentation: "Das ist ein toller Start für die Bereisung der Dörfer. Der Ort hat nicht irgendeinen Punktekatalog oder irgendeine Kriterienliste abgearbeitet, sondern sich genau überlegt: Was ist uns wichtig und was zeichnet uns aus? Was brauchen wir für uns -  für unsere Zukunft? Was können wir gemeinsam vor Ort bewegen? Solche Impulse wirken nachhaltig über den Wettbewerbszeitraum hinaus".

Dorfansicht von Böbing. Foto: Silke Franke

Im "Herzen des Pfaffenwinkels": Die oberbayerische Gemeinde Böbing (ca. 1.700 Einwohner).
Foto: Silke Franke

Peter Erhard, Bürgermeister von Böbing, bestätigt: „Das Gewinnen ist zwar ein Ansporn, aber irgendwann gar nicht mehr so wichtig: Wir machen das in erster Linie für uns selbst! Das ist ein unglaublicher Impuls für die Dorfgemeinschaft.“ Erhard hat es geschafft, seine Bürger für den Wettbewerb zu begeistern, Jung und Alt, Bürger und Gewerbetreibende: "Als im Rahmen einer Bürgermeisterdienstbesprechung Sinn und Zweck des Wettbewerbs vorgestellt wurde, dachte ich mir: Da müssen wir mitmachen. Ich habe unser Dorf gleich angemeldet". Inzwischen berichtet er auch anderen interessierten Gemeinden, die in einen Dorfentwicklungsprozess einsteigen wollen, von seinen bisherigen Erfahrungen (siehe z.B. Infoseminare an der SDL Thierhaupten). Er ist überzeugt: "Es gibt  noch viele weitere Orte, die das auch schaffen und stolz auf sich sein können. Wir Dörfer brauchen uns nicht zu verstecken!"
Foto: Bundesministerin Eigner mit den engagierten Bürgern von Böbing und der Bundesbewertungskommission mit dem neuen Logo von
Bundesministerin Ilse Aigner (Mitte), Michael Pelzer (rechts) und Peter Erhard (links) präsentieren das neue Logo des Wettbewerbs. Foto: Silke Franke

Im Rahmen des Auftakts wurde auch das neue Logo des Wettbewerbs enthüllt (Foto). Der Bundeswettbewerb hat eine lange Tradition und geht auf die 1960-er Jahre zurück. Vom einstigen "Blumenschmuckwettbewerb" hat er sich zu einem umfassenden Instrument entwickelt, das längst auch die ökonomische, soziale und ökologische Entwicklung der Dörfer umfasst und den demographischen Wandel mit berücksichtigt. Ziel ist, sich der eigenen Besonderheiten klar zu werden und Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um Infrastrukturausstattung, sondern auch um gelebte Traditionen und Werte.

Akademie-Mitglieder wirkten auch in dem Experten-Workshop mit, der Ende 2013 zum Bundeswettbewerb veranstaltet wurde (externer link). Schmökern Sie in diesem Zusammenhang doch auch in unseren ALR-Dokumentationen, z.B. im Band "Für das Land. 20 Jahre Bayerische Akademie Ländlicher Raum". Hier finden Sie eine Zusammenstellung an Aufsätzen, die Vordenker für den ländlichen Raum und die Wechselbezieung von Stadt und Land eingebracht haben - als Bürgermeister, Verwaltungs- und Planungsexperte, Politiker oder Wissenschaftler. Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen finden Sie hier 
Inzwischen liegen auch die Ergebnisse der Evaluation des Bundeswettbewerbs vor. Eine Zusammenfassung finden Sie unter diesem externen link

 

Silke Franke, Geschäftsführerin Bayerische Akademie Ländlicher Raum

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