Bayrische Akademie Ländlicher Raum

09.06.2014 zurück

Dorferneuerung - mehr als "nur Straßen und Plätze"!

Weyarn als Beispiel für eine auch geistig-kulturelle Auseinandersetzung

Weyarn vor dem Ansturm der Festgäste
Weyarn vor dem Ansturm der Festgäste (Fotos: Silke Franke)
Vor über 20 Jahren hat sich die Gemeinde Weyarn für die Dorferneuerung beworben. Seitdem ist viel passiert. Jetzt ist das Dorferneuerung-Programm fast abgeschlossen. Zum Ausklang fand Ende Mai ein Bürgerfest rund um den Rathausplatz statt - ein Event für die Bürger selbst, die vielen aktiven Ehrenamtlichen und für all jene, die den "Weyarner Weg" begleitet haben. Denn das Besondere an der Gemeinde liest sich nicht nur an neu gestalteten Straßen und Plätzen ab. Es wirkt vor insbesondere durch das Engagement der Bürger, die das Leitbild nicht nur gedanklich mit entwickelt haben, sondern sich auch der darin formulierten Ziele bewusst sind und sie im Alltag mit Leben füllen. Die Gemeinde hat dafür bereits zahlreiche Auszeichungen erhalten.
Bürgermeister Leonhard Wöhr und Maximilian Geierhos
Maximilan Geierhos: "Der Ansatz der Bürgerbeteiligung wird nicht überall so konsequent gelebt wie hier in Weyarn. Die Teilnehmer haben die Unterstützungsangebote, die ihnen das Amt für Ländliche Entwicklung, die Schule der Dorf- und Landentwicklung oder die Modell- und Wettbewerbsprogramme bieten, wahrgenommen. Und sie haben ihren Erfahrungsschatz vielfach weitergegeben. Weyarn ist als Beispielgemeinde ein wahrer Leuchtturm!. Viele Besuchergruppen kommen hierher, um sich den Dorfentwicklungsprozess vor Ort anzuschauen."
Staatsministerin Ilse Aigner
Auch Staatsministerin Ilse Aigner zeigte sich sehr beeindruckt von ihrer heimatlichen Nachbargemeinde, die als "kleines bayerisches Dorf" sogar bei der Expo 2000 in Hannover unter wesentlich größeren Kommunen als Beispiel hervorgehoben wurde. Die Facetten der Bürgerbeteiligung sind ihr besonders aus der Zeit in der Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements" bekannt und so stellte sie in sieben Punkten die besonderen Kennzeichen und Meilensteine heraus, die Weyarn Schritt für Schritt angegangen ist.
Michael Pelzer
Magel: "Michael Pelzer hat sich um die nachhaltige Bürgerkommune, partizipative Dorferneuerung und ganzheitliche Landentwicklung hoch verdient gemacht"
Michael Pelzer, langjähriger Bürgermeister der Gemeinde, bedankte sich namentlich bei all jenen, die mitgewirkt haben, für ihr Engagement, aber auch für "Mut und Zuversicht - denn beständig ist nur der Wandel! Wir sind ein Dorf der Mitmacher!"
Weyarn wird den Weg der Bürgerbeteiligung auch nach der Dorferneuerung fortführen. Sie ist in der Gemeindeordnung verankert:  Bürgerbeteiligungssatzung in Weyarn (pdf).
Dr. Katja Klee, die als Koordinatorin der Arbeitskreise deren langjährige Stütze, Theresia Benda, abgelöst hat, präsentierte den neusten Band der Weyarner Chronik "Von der Dorferneuerungs-Gemeinde zur Bürgergesellschaft"  (ISBN 978-3-937425-07-8). Mehr zu Weyarn hier (link)
 
Holger Magel

Akademie-Präsident Prof. Dr. Holger Magel stellte in seinem Festvortrag  die Vorteile des ganzheitlichen Ansatzes der Dorferneuerung dar: " Es ist die Auseinandersetzung mit dem Organismus dörfliche Siedlung mit all ihren vitalen und sich verändernden Ansprüchen an bessere oder zumindest befriedigende Lebensqualität". Für ihn ist die Dorferneuerung Weyarn "ein wunderbares Beispiel für diesen elementar wichtigen Aspekt einer ,geistig-kulturellen' Dorferneuerung". Für ihn stellen sich die Herausforderungen allerdings nicht nur auf der Ebene einer einzelnen Gemeinde, sondern auch hinsichtlich der gleichwertigen Arbeits- und Lebenschancen in allen Regionen: "Sollen wir denn Dorferneuerung nur noch dort machen, wo es gut aussieht? Die Starken stärken, weil es sich nur hier rentiert?"....

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag, der in der Ausgabe 7/2014 der Zeitschrift des Bayerischen Gemeindetags erschien (S. 274 ff).

 
Silke Franke, 2014
Geschäftsführerin der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum

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