Bayerische Akademie Ländlicher Raum

14.11.2018 zurück

Urbanisierung und Gerechtigkeit für Ländliche Räume

Vortrag von Akademiepräsident Magel vor internationalen Experten

 
Athen, November 2018.
Erstmals haben sich führende europäische und griechische Architekten-, Bau- und Vermessungsingenieurkammern und –verbände mit der UNECE zusammengetan und vom 7.-9. November 2018 eine dreitägige Konferenz veranstaltet. Das Event fand in der Eugenides Foundation direkt gegenüber dem wunderschönen weitläufigen Komplex des Stavros Niarchos Kulturzentrum statt war mit Vertretern aus allen Erdteilen stark besucht.
Thema war die Durchleuchtung und Darstellung aktueller Megatrends in den Bereichen Planung, Bau, Digitalisierung, Immobilien und Umwelt. In den Ablauf der Veranstaltung war auch die 140 Jahrfeier der FIG eingebettet sowie die Handover-Zeremonie der FIG Präsidentschaft von Prof. Chryssy Potsiou (Griechenland) auf den deutschen Professor aus Bochum, Rudolf Staiger. Dazu gab es ein anregendes Vortragsprogramm mit prominenten Referenten aus Afrika, den USA und Europa.
Heiß diksutierte These
Die einleitende Keynote zum Thema „Territorial Justice - a new paradigm for the development of a country“ hielt FIG Honorary President Prof. Holger Magel vor dem Hintergrund seiner jahrelangen Beschäftigung mit diesem Thema im Rahmen seiner Akademie - und Hochschultätigkeiten. Er stellte in seinem Vortrag die vielfach nachgebetete Aussage, dass die Urbanisierung, insbesondere der Zuzug in die großen Städte „unstoppable“ sei, massiv in Frage. Seine These: „Wenn Städte immer mehr an ihren Problemen ersticken und ländliche Räume ausbluten, ist das das Ergebnis schlechter Regierungsarbeit“. Wie sehr sich Bayern entgegenstemmt, zeigten die Diskussionen um die Ergebnisse der Enquetekommission „Gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern“ und deren zugrundegelegtes Paradigma der räumlichen Gerechtigkeit wie auch der just vereinbarte Koalitionsvertrag der beiden neuen Regierungsparteien.
Der Vortrag von Prof. Magel wurde vom Präsidenten der griechischen Ingenieurekammer zustimmend und lebhaft kommentiert - „das müssen wir in Griechenland auch angehen“ - und von den Experten aus Afrika und Amerika, wo die Urbanisierung als ausgemachte Sache gilt, heiß diskutiert. Der US-Experte wörtlich beim Abschlussdinner: „Danke für diesen Augenöffner. So habe ich die Stadt-Land-Thematik noch nie betrachtet“.
Auch der Aspekt, dass sich in Bayern eine auf ehrenamtlicher Basis operierende Akademie Ländlicher Raum so sichtbar und durchaus erfolgreich im fachpolitischen und öffentlichen Raum engagiert, stießt auf großes Interesse. Die Academia arbeitet und diskutiert nämlich in vielen Ländern meist nur in geschlossenen Fachzirkeln. ohne nennenswerte Außenwirkung.

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